Tiere auf dem Hof: Hunde

Die meisten Hunde auf dem Gnadenhof kommen von weit her. Viele wurden auf den Straßen Europas geboren und sind über kurz oder lang in einem Tierheim oder sogar einer Tötungsstation gelandet. Oft ohne Chance auf Vermittlung und ein schönes Zuhause leben ehemalige Straßenhunde meist ihr ganzes Leben neben vielen anderen Hunden in einem kleinen Zwinger oder werden aus Platzmangel und/oder Kostengründen euthanasiert. Einen Hund von einem Züchter zu kaufen heißt deshalb, dass diesen Hunden die Chance auf ein glückliches, schönes Leben genommen wird.

TiborTibor hat eine zweite Chance bekommen, er stammt aus einem ungarischem Tierasyl.

Früh morgens um 06:00 Uhr drehen wir bereits schon die erste Runde. Nicht immer einfach mit so vielen gleichzeitig – im Winter bei Glätte immer wieder auf’s Neue ein Abenteuer. Alle Hunde auf dem Hof leben mit uns zusammen im Haus. Leider entscheiden sich einige, Nachts mit im Bett zu schlafen…

Hunde auf dem Gnadenhof

Leni

Leni

Leni lebte einst als Straßenhündin in Moskau. Sie wurde dort von einem Auto angefahren und durch die Wucht des Aufpralls in ein Geäst am Straßenrand katapultiert. Die Äste bohrten sich durch den Unterkiefer und stachen ihr ein Auge aus. Engagierte russische Tierschützer fanden sie nach mehreren Stunden, da sich sonst niemand um sie kümmerte, und brachten sie in eine Tierklinik. Dort wurde ihr gebrochener Kiefer gerichtet – das Auge konnte aber leider nicht gerettet werden und wurde entfernt. Doch in dem Tierheim, in das Leni anschließend gebracht wurde, werden alle Tiere leider nach kurzer Zeit eingeschläfert. Die russischen Tierschützer bezahlten Tagesgeld, bis sie mit einigen wenigen anderen Hunden das Glück hatte und nach Deutschland geflogen wurde und anschließend – im August 2010 – zu uns auf den Gnadenhof gebracht wurde.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Euthanasie

Ayla

Ayla

Ayla, vermutlich 2003 geboren und seit 2007 bei uns auf dem Gnadenhof, wurde in der Türkei geboren, verbrachte dort ihr erstes Lebensjahr in einem Käfig und wurde schwer misshandelt, was aus ihr eine sehr ängstliche und schüchterne Hündin gemacht hat. Vom Tierschutzverein Noris e. V. wurde sie aus der Türkei gerettet und auf eine Pflegestelle in Deutschland gebracht. Durch die liebevolle Behandlung dort hat sie zwar große Fortschritte gemacht, ist aber immer noch sehr misstrauisch und ängstlich, vor allem Fremden gegenüber. Hat man jedoch ihr Vertrauen erlangt, kann sie sehr verspielt und verschmust sein. Ayla ist ein Kangal-Mix und daher ein Herdenschutzhund. Sie hat zwar das typische Aussehen eines Kangal (beige und schwarze Maske), ist aber deutlich kleiner.

Aufnahmegrund: Vermittlung durch den Tierschutzverein Noris e.V.

Gina

Gina

Gina kam ursprünglich 2010 als Pflegehund zu uns, als sie vom Verein »Menschen für Tierrechte Würzburg e. V.« aus einem kroatischen Tierlager geholt wurde. Schon nach drei Wochen konnten wir Gina in sehr gute Hände vermitteln. Sie nahmen Gina täglich im Auto mit zur Arbeit. Leider verträgt Gina das Autofahren nicht, und erbrach sich ständig. Deshalb brachten sie sie schweren Herzens wieder zu uns zurück. Weil wir Gina in dieser Zeit sehr vermissten, haben wir uns deshalb entschieden, dass sie bei uns auf dem Hof bleiben darf. Als einziger Hund auf dem Gnadenhof hat sie keine Behinderung oder Krankheit. Sie ist sehr verspielt, intelligent, fröhlich und vor allem frech.

Aufnahmegrund: Liebe auf den ersten Blick

Polina

Polina

Polina kommt ursprünglich aus der Ukraine. Dort wurde sie – als Straßenhündin – 2011 bei einer »Säuberungsaktion« eingefangen und wäre beinahe ein Opfer der Massentötung von Straßenhunden zur Fußball-EM 2012 geworden. Ukrainische Tierschützer haben Polina das Leben gerettet und sie mit dem Auto zu uns auf den Hof gebracht. Anfangs war Polina sehr schüchtern, doch mittlerweile ist sie sehr verspielt und frech. Ihr linkes Auge ist irreparabel geschädigt und Kiefer und Zähne sind verschoben. Warum wissen wir nicht, vielleicht wurde Polina schwer mishandelt.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Tötung zur Fussball-EM 2012

Hazel

Hazel

Hazel – seit 2009 auf dem Gnadenhof – stammt ursprünglich aus Kroatien und ist in der Nähe von Zadar angefahren auf der Straße gefunden worden. Die engagierten Tierschützer vom Verein »Menschen für Tierrechte Würzburg e. V.« haben die Schwerverletzte aus der dortigen Hundeauffangstation zu uns gebracht. Sie hatte ein gebrochenes Bein und eine schwere Hüftfraktur. Leider konnte ihr eine OP nicht mehr helfen. Der Bruch war bereits zusammen gewachsen und die linke Hüfte irreparabel zerbrochen. Nach wochenlangem Lauf- und Schwimmtraining konnte Hazel wieder rennen und springen, humpelt aber immer noch leicht. Sie leidet seitdem auch an einer Hüftkopfnekrose, wodurch sich ihre rechte Hüfte langsam auflöst. Weil ein belgischer Schäferhund mit Hüftproblemen nicht sehr angesagt ist, haben wir uns nach vielen Vermittlungsversuchen einfach entschieden sie zu behalten.

Aufnahmegrund: Fundtier

Lucia

Lucia

Lucia ist ein spanischer Herdenschutzhund (Mastín Español) und wurde 2009 aus Spanien gerettet. Sie hat das erste Jahr in Deutschland auf einer Pflegestelle verbracht und kam anschließend zu uns auf den Hof. In Deutschland wurde dann ein viel zu hoher Druck im linken Auge festgestellt; es musste durch ein Kunststoffauge ersetzt werden. Aus ihrer Vergangenheit in Spanien ist uns leider nichts bekannt, nur, dass sie schon vor ihrer Ankunft in Deutschland blind war, womöglich schon seit Geburt an. Im Sommer 2012 wurde leider auch auf dem rechten Auge ein zu hoher Druck festgestellt. Lucia hatte deshalb starke Kopfschmerzen, sodass auch dieses entfernt werden musste. Trotz ihrer Blindheit kommt Lucia aber sehr gut zurecht, auch das Gassi gehen ist kein Problem. Sie hört dafür um so besser und macht es jedem schwer, sich unbemerkt unserem Hof zu nähern.

Aufnahmegrund: Fundtier

Woody

Woodstock (Woody)

Woody kam Anfang Mai 2013 ebenfalls wie Tibor mit dem Verein animal 2000 aus einem ungarischen Tierasyl in Gyula und lebt nun seitdem bei uns auf dem Gnadenhof Gollachostheim. Von anderen Hunden dort wurde ihm das linke Hinterbein abgebissen, weshalb er die Wochen vor seiner Abreise in einem kleinen Kinderbett verbringen musste. Um Woody die Sonnenseiten des Lebens zu zeigen, haben wir ihn deshalb spontan als Pflegehund bei uns aufgenommen. Nun suchen wir aber (aus Platzgründen) für ihn einen schönen Endplatz, wo er frech, wild und wunderbar das Leben genießen darf. Woody kommt mit seiner Behinderung sehr gut zurecht, ist sehr verspielt und neugierig und laufen sowie Treppen steigen funktionieren einwandfrei.

Aufnahmegrund: Rettung aus einem ungarischen Tierasyl

Tibor

Tibor

Der Verein animal 2000 hat Tibor im Sommer 2012 aus dem ungarischen Tierasyl Gyula mitgebracht, wo mehr als 400 Hunde leben. Ihm fehlt das rechte Vorderbein, kommt aber auch ohne viertes Bein sehr gut zurecht. Sein Bein musste amputiert werden, nachdem er als Straßenhund von einem Zug erwischt wurde. Aufgrund der hohen Belastung seines Vorderbeines benötigt Tibor daher Ergänzungsfuttermittel für seine Gelenke. Hätten wir Tibor nicht aufgenommen, säße er sicher immer noch im Tierasyl ohne große Chance jemals vermittelt zu werden.

Aufnahmegrund: Rettung aus einem ungarischen Tierasyl

Zotti

Zotti

Anfang 2015 erreichte uns ein Hilferuf vom Franziskushof Kalletal. Dieser unterhielt seit vielen Jahren eine Pflegestelle in Polen, in der alte, behinderte und mit Macken behaftete Hunde eine Bleibe gefunden hatten. Diese Pflegestelle musste dringend aufgrund finanzieller Not aufgelöst werden, doch wohin mit 20, teilweise gelähmten, alten, schwierigen Hunden? Die erste Vorsitzende kämpfte wie eine Löwin um das Leben der Hunde, da wollten wir helfen und boten an, den Hund zu übernehmen, den am Ende keiner wollte – Hauptsache, keiner muss eingeschläfert werden. Es sollte also der 14 Jahre alte Zotti sein. Seine Eigenschaften: bissig, nicht umgänglich, nicht leinenführig, evtl. alterskrank, griesgrämig. Und was bekamen wir? Einen fröhlichen, verspielten, übermütigen, gehorsamen, anhänglichen, verschmusten, etwas schwerhörigen, liebenswürdigen alten Herren, der herumtollt wie ein Welpe und uns oft zum Lachen bringt. Zugegeben, anfangs hat Zotti zwei mal herzhaft zugeschnappt, aber das war´s dann auch. Mit unserem Zotti kam viel Lebensfreude aus Polen nach Franken!

Aufnahmegrund: Rettung vor der Euthanasie

Charly

Charly

Unser Hund Charly kam aus einem rumänischen Tierheim zu uns. Er lebte ohne Menschenkontakt jahrelang auf der Straße, bis er an einem Tumor erkrankte. Als dieser platzte und Charly zu verbluten drohte, wurde er mit einem Blasrohr betäubt und operiert. Da er bis dato noch nie von einem Menschen berührt worden war, war jeder Kontakt in den ersten Monaten sehr schwierig. Er reagierte panisch, wenn man ihm zu nahe kam. Alleine das Anlegen der Leine war utopisch, deshalb konnte er nicht mit spazieren gehen. Zudem entwickelte er in seiner Unsicherheit Eigenschaften, die wir mit Hilfe einer Hundetrainerin in Einzelunterricht letztendlich in den Griff bekommen mussten. Da Charlie manche Alltagssituationen immer noch nicht richtig einschätzen kann und Besucher ihn teilweise überfordern, muss er, wenn Fremde hier sind, noch immer einen Maulkorb tragen. Doch sein Verhalten hat sich von Monat zu Monat verbessert. Uns gegenüber hat er mittlerweile Vertrauen gefasst und lässt sich sogar gerne streicheln. Zu Anfang war dies überhaupt nicht möglich. Manchmal spielt er auch schon ausgelassen mit uns und den anderen Hunden. Auch wenn es im Alltag nicht leicht mit ihm ist sind wir froh, dass Charly bei uns gelandet ist. Wer weiß, was aus ihm geworden wäre. Vielleicht wäre er längstens eingeschläfert worden. Es ist schön zu erleben, wie sich selbst ein schwer gestörtes, traumatisiertes Tier verändern kann, wenn man ihm die nötige Zeit und einen Vertrauensvorschuss gibt.

Aufnahmegrund: Übernahme aus einem rumänischem Tierheim

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