Tiere auf dem Hof: Hunde

Die meisten Hunde auf dem Gnadenhof kommen von weit her. Viele wurden auf den Straßen Europas geboren und sind über kurz oder lang in einem Tierheim oder sogar einer Tötungsstation gelandet. Oft ohne Chance auf Vermittlung und ein schönes Zuhause leben ehemalige Straßenhunde meist ihr ganzes Leben neben vielen anderen Hunden in einem kleinen Zwinger oder werden aus Platzmangel und/oder Kostengründen euthanasiert. Einen Hund von einem Züchter zu kaufen heißt deshalb, dass diesen Hunden die Chance auf ein glückliches, schönes Leben genommen wird.

Früh morgens um 06:00 Uhr drehen wir bereits schon die erste Runde. Nicht immer einfach mit so vielen gleichzeitig – im Winter bei Glätte immer wieder auf’s Neue ein Abenteuer. Alle Hunde auf dem Hof leben mit uns zusammen im Haus. Leider entscheiden sich einige, Nachts mit im Bett zu schlafen…

Hunde auf dem Gnadenhof

Gina

Gina

Gina kam ursprünglich 2010 als Pflegehund zu uns, als sie vom Verein »Menschen für Tierrechte Würzburg e. V.« aus einem kroatischen Tierlager geholt wurde. Schon nach drei Wochen konnten wir Gina in sehr gute Hände vermitteln. Sie nahmen Gina täglich im Auto mit zur Arbeit. Leider verträgt Gina das Autofahren nicht, und erbrach sich ständig. Deshalb brachten sie sie schweren Herzens wieder zu uns zurück. Weil wir Gina in dieser Zeit sehr vermissten, haben wir uns deshalb entschieden, dass sie bei uns auf dem Hof bleiben darf. Als einziger Hund auf dem Gnadenhof hat sie keine Behinderung oder Krankheit. Sie ist sehr verspielt, intelligent, fröhlich und vor allem frech.

Aufnahmegrund: Liebe auf den ersten Blick

Polina

Polina

Polina kommt ursprünglich aus der Ukraine. Dort wurde sie – als Straßenhündin – 2011 bei einer »Säuberungsaktion« eingefangen und wäre beinahe ein Opfer der Massentötung von Straßenhunden zur Fußball-EM 2012 geworden. Ukrainische Tierschützer haben Polina das Leben gerettet und sie mit dem Auto zu uns auf den Hof gebracht. Anfangs war Polina sehr schüchtern, doch mittlerweile ist sie sehr verspielt und frech. Ihr linkes Auge ist irreparabel geschädigt und Kiefer und Zähne sind verschoben. Warum wissen wir nicht, vielleicht wurde Polina schwer mishandelt.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Tötung zur Fussball-EM 2012

Hazel

Hazel

Hazel – seit 2009 auf dem Gnadenhof – stammt ursprünglich aus Kroatien und ist in der Nähe von Zadar angefahren auf der Straße gefunden worden. Die engagierten Tierschützer vom Verein »Menschen für Tierrechte Würzburg e. V.« haben die Schwerverletzte aus der dortigen Hundeauffangstation zu uns gebracht. Sie hatte ein gebrochenes Bein und eine schwere Hüftfraktur. Leider konnte ihr eine OP nicht mehr helfen. Der Bruch war bereits zusammen gewachsen und die linke Hüfte irreparabel zerbrochen. Nach wochenlangem Lauf- und Schwimmtraining konnte Hazel wieder rennen und springen, humpelt aber immer noch leicht. Sie leidet seitdem auch an einer Hüftkopfnekrose, wodurch sich ihre rechte Hüfte langsam auflöst. Weil ein belgischer Schäferhund mit Hüftproblemen nicht sehr angesagt ist, haben wir uns nach vielen Vermittlungsversuchen einfach entschieden sie zu behalten.

Aufnahmegrund: Fundtier

Woody

Woodstock (Woody)

Woody kam Anfang Mai 2013 ebenfalls wie Tibor mit dem Verein animal 2000 aus einem ungarischen Tierasyl in Gyula und lebt nun seitdem bei uns auf dem Gnadenhof Gollachostheim. Von anderen Hunden dort wurde ihm das linke Hinterbein abgebissen, weshalb er die Wochen vor seiner Abreise in einem kleinen Kinderbett verbringen musste. Um Woody die Sonnenseiten des Lebens zu zeigen, haben wir ihn deshalb spontan bei uns aufgenommen. Woody hat bei uns ein Leben gefunden, wo er, typisch Terrier – frech, wild und wunderbar das Dasein genießen darf. Seine Behinderung ist ihm dabei völlig wurscht.

Aufnahmegrund: Rettung aus einem ungarischen Tierasyl

Nikoletta

Seit Novemer 2018 lebt die kleine Nikoletta aus Kreta bei uns. Wir hatten ihre Aufnahme zugesagt, da sie einen Wasserkopf hat und in Griechenland eine optimale medizinische Versorgung nicht gewährleistet ist. Geplant war ein sog. Shunt, ein Schlauchsystem aus der Neugeborenen-Medizin, welches in das Gehirn eingesetzt wird und unter der Haut in den Bauchraum führt. Nach 3-wöchiger Eingewöhnungszeit stellten wir Nikoletta in der Tierklinik Hofheim vor. Dort wurden ein MRT und alle notwendigen neurologischen Untersuchungen durchgeführt. Dann erhielten wir die ernüchternde Diagnose: Nikoletta hat überhaupt kein Großhirn. Das Gehirn besteht nur aus Gehirnwasser. Die Wasseransammlung im Schädel stützt praktisch die dünne äußere Hirnschicht. Ohne sie würde das Gehirn kollabieren. Die Hündin kann trotz ihrer Missbildung gut sehen, hat keine epileptischen Anfälle und keine Probleme mit dem Gehirndruck. Zum Glück ist das Großhirn für Hunde nicht existenziell wichtig. Wir erfreuen uns tagtäglich zu sehen, wie sie trotz ihrer Behinderung das Leben genießt. Sie spielt gerne mit den anderen Hunden, vor allem mit Woody. Ihre Lebensfreude bringt uns oft zum Lachen. Wichtig ist ihr der Körperkontakt, sucht unsere Nähe und ist sehr liebesbedürftig. Wir schenken ihr viel Aufmerksamkeit. Ihre Erkrankung kann sich jederzeit verschlechtern, daher müssen auch weiterhin regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden. Bereits die Erstuntersuchung in Hofheim hat 1200,– Euro verschlungen. Nikoletta ist noch so jung, 2017 geboren, wir wünschen uns so sehr, dass sie noch viele weitere Jahre mit uns leben kann. Nikoletta ist etwas ganz Besonderes.

Nana

Unsere Nana (ca. 2006 geboren) lebte jahrelang in der Nähe von Bukarest in einem Tierheim. 2012 wurde sie auf einer Straße von einem Auto angefahren, der Fahrer ließ sie einfach liegen. Den ganzen Tag lag Nana verletzt auf der Straße, bis sie von einem Tierschützer von „angels without wings“ gerettet wurde. Ihre Beine waren gebrochen. Das linke Vorderbein konnten die Ärzte nicht mehr retten, es musste amputiert werden. Das linke Hinterbein war total zertrümmert. Ein toller rumänischer Tierarzt operierte die Tapfere zehn (!) Mal! 14 Monate lang musste Nana in der Tierklinik bleiben, der Knochen infizierte sich, aber ihr Leben ging weiter weil sie es wollte. Seitdem lebte sie in dem Tierheim bei Bukarest. Die rumänischen Tierschützer dort wurden von einer Gruppe von Lufthansa-MitarbeiterInnen unterstützt. Eine Tierschützerin aus der Lufthansa-Pfoten-Gruppe rief uns an und erzählte Nanas Geschichte. Weil wir Erfahrung mit Dreibeinern haben und Nanas Schicksal uns so berührt hat, haben wir sofort zugesagt, Nana ein neues Zuhause zu geben. Nanas linkes Hinterbein ist durch eine gerissene Achillessehne unbrauchbar, das linke Vorderbein ist amputiert. Dennoch kann sich Nana sehr gut hüpfend vorwärts bewegen und zwar auf 2 Beinen! Das rechte Vorderbein und das rechte Hinterbein funktionieren einwandfrei. Nana kann zwar nicht mit den anderen Hunden Gassi gehen, doch im Hof und im Hundeauslauf bewegt sie sich erstaunlich agil. Nach wie vor wird Nana von den Lufthansa-Tierschützern der “Airliner4Animals e.V.” nicht vergessen, wir sind seit dem eng befreundet und freuen uns gemeinsam, dass Nana hier so glücklich ist.

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