Tiere auf dem Hof: Hunde

Die meisten Hunde auf dem Gnadenhof kommen von weit her. Viele wurden auf den Straßen Europas geboren und sind über kurz oder lang in einem Tierheim oder sogar einer Tötungsstation gelandet. Oft ohne Chance auf Vermittlung und ein schönes Zuhause leben ehemalige Straßenhunde meist ihr ganzes Leben neben vielen anderen Hunden in einem kleinen Zwinger oder werden aus Platzmangel und/oder Kostengründen euthanasiert. Einen Hund von einem Züchter zu kaufen heißt deshalb, dass diesen Hunden die Chance auf ein glückliches, schönes Leben genommen wird.

Früh morgens um 06:00 Uhr drehen wir bereits schon die erste Runde. Nicht immer einfach mit so vielen gleichzeitig – im Winter bei Glätte immer wieder auf’s Neue ein Abenteuer. Alle Hunde auf dem Hof leben mit uns zusammen im Haus. Leider entscheiden sich einige, Nachts mit im Bett zu schlafen…

Hunde auf dem Gnadenhof

Leni

Leni

Leni lebte einst als Straßenhündin in Moskau. Sie wurde dort von einem Auto angefahren und durch die Wucht des Aufpralls in ein Geäst am Straßenrand katapultiert. Die Äste bohrten sich durch den Unterkiefer und stachen ihr ein Auge aus. Engagierte russische Tierschützer fanden sie nach mehreren Stunden, da sich sonst niemand um sie kümmerte, und brachten sie in eine Tierklinik. Dort wurde ihr gebrochener Kiefer gerichtet – das Auge konnte aber leider nicht gerettet werden und wurde entfernt. Doch in dem Tierheim, in das Leni anschließend gebracht wurde, werden alle Tiere leider nach kurzer Zeit eingeschläfert. Die russischen Tierschützer bezahlten Tagesgeld, bis sie mit einigen wenigen anderen Hunden das Glück hatte und nach Deutschland geflogen wurde und anschließend – im August 2010 – zu uns auf den Gnadenhof gebracht wurde.
Aufnahmegrund: Rettung vor der Euthanasie

Tibor

Tibor

Der Verein animal 2000 hat Tibor im Sommer 2012 aus dem ungarischen Tierasyl Gyula mitgebracht, wo mehr als 400 Hunde leben. Ihm fehlt das rechte Vorderbein, kommt aber auch ohne viertes Bein sehr gut zurecht. Sein Bein musste amputiert werden, nachdem er als Straßenhund von einem Zug erwischt wurde. Aufgrund der hohen Belastung seines Vorderbeines benötigt Tibor daher Ergänzungsfuttermittel für seine Gelenke. Hätten wir Tibor nicht aufgenommen, säße er sicher immer noch im Tierasyl ohne große Chance jemals vermittelt zu werden.

Aufnahmegrund: Rettung aus einem ungarischen Tierasyl

Gina

Gina

Gina kam ursprünglich 2010 als Pflegehund zu uns, als sie vom Verein »Menschen für Tierrechte Würzburg e. V.« aus einem kroatischen Tierlager geholt wurde. Schon nach drei Wochen konnten wir Gina in sehr gute Hände vermitteln. Sie nahmen Gina täglich im Auto mit zur Arbeit. Leider verträgt Gina das Autofahren nicht, und erbrach sich ständig. Deshalb brachten sie sie schweren Herzens wieder zu uns zurück. Weil wir Gina in dieser Zeit sehr vermissten, haben wir uns deshalb entschieden, dass sie bei uns auf dem Hof bleiben darf. Als einziger Hund auf dem Gnadenhof hat sie keine Behinderung oder Krankheit. Sie ist sehr verspielt, intelligent, fröhlich und vor allem frech.

Aufnahmegrund: Liebe auf den ersten Blick

Polina

Polina

Polina kommt ursprünglich aus der Ukraine. Dort wurde sie – als Straßenhündin – 2011 bei einer »Säuberungsaktion« eingefangen und wäre beinahe ein Opfer der Massentötung von Straßenhunden zur Fußball-EM 2012 geworden. Ukrainische Tierschützer haben Polina das Leben gerettet und sie mit dem Auto zu uns auf den Hof gebracht. Anfangs war Polina sehr schüchtern, doch mittlerweile ist sie sehr verspielt und frech. Ihr linkes Auge ist irreparabel geschädigt und Kiefer und Zähne sind verschoben. Warum wissen wir nicht, vielleicht wurde Polina schwer mishandelt.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Tötung zur Fussball-EM 2012

Hazel

Hazel

Hazel – seit 2009 auf dem Gnadenhof – stammt ursprünglich aus Kroatien und ist in der Nähe von Zadar angefahren auf der Straße gefunden worden. Die engagierten Tierschützer vom Verein »Menschen für Tierrechte Würzburg e. V.« haben die Schwerverletzte aus der dortigen Hundeauffangstation zu uns gebracht. Sie hatte ein gebrochenes Bein und eine schwere Hüftfraktur. Leider konnte ihr eine OP nicht mehr helfen. Der Bruch war bereits zusammen gewachsen und die linke Hüfte irreparabel zerbrochen. Nach wochenlangem Lauf- und Schwimmtraining konnte Hazel wieder rennen und springen, humpelt aber immer noch leicht. Sie leidet seitdem auch an einer Hüftkopfnekrose, wodurch sich ihre rechte Hüfte langsam auflöst. Weil ein belgischer Schäferhund mit Hüftproblemen nicht sehr angesagt ist, haben wir uns nach vielen Vermittlungsversuchen einfach entschieden sie zu behalten.

Aufnahmegrund: Fundtier

Charly

Charly

Unser Hund Charly kam aus einem rumänischen Tierheim zu uns. Er lebte ohne Menschenkontakt jahrelang auf der Straße, bis er an einem Tumor erkrankte. Als dieser platzte und Charly zu verbluten drohte, wurde er mit einem Blasrohr betäubt und operiert. Da er bis dato noch nie von einem Menschen berührt worden war, war jeder Kontakt in den ersten Monaten sehr schwierig. Er reagierte panisch, wenn man ihm zu nahe kam. Alleine das Anlegen der Leine war utopisch, deshalb konnte er nicht mit spazieren gehen. Zudem entwickelte er in seiner Unsicherheit Eigenschaften, die wir mit Hilfe einer Hundetrainerin in Einzelunterricht letztendlich in den Griff bekommen mussten. Da Charlie manche Alltagssituationen immer noch nicht richtig einschätzen kann und Besucher ihn teilweise überfordern, muss er, wenn Fremde hier sind, noch immer einen Maulkorb tragen. Doch sein Verhalten hat sich von Monat zu Monat verbessert. Uns gegenüber hat er mittlerweile Vertrauen gefasst und lässt sich sogar gerne streicheln. Zu Anfang war dies überhaupt nicht möglich. Manchmal spielt er auch schon ausgelassen mit uns und den anderen Hunden. Auch wenn es im Alltag nicht leicht mit ihm ist sind wir froh, dass Charly bei uns gelandet ist. Wer weiß, was aus ihm geworden wäre. Vielleicht wäre er längstens eingeschläfert worden. Es ist schön zu erleben, wie sich selbst ein schwer gestörtes, traumatisiertes Tier verändern kann, wenn man ihm die nötige Zeit und einen Vertrauensvorschuss gibt.

Aufnahmegrund: Übernahme aus einem rumänischem Tierheim

Woody

Woodstock (Woody)

Woody kam Anfang Mai 2013 ebenfalls wie Tibor mit dem Verein animal 2000 aus einem ungarischen Tierasyl in Gyula und lebt nun seitdem bei uns auf dem Gnadenhof Gollachostheim. Von anderen Hunden dort wurde ihm das linke Hinterbein abgebissen, weshalb er die Wochen vor seiner Abreise in einem kleinen Kinderbett verbringen musste. Um Woody die Sonnenseiten des Lebens zu zeigen, haben wir ihn deshalb spontan bei uns aufgenommen. Woody hat bei uns ein Leben gefunden, wo er, typisch Terrier – frech, wild und wunderbar das Dasein genießen darf. Seine Behinderung ist ihm dabei völlig wurscht.

Aufnahmegrund: Rettung aus einem ungarischen Tierasyl

Adriano

Unser Adriano ist ein in sich ruhender, sanfter älterer Herr, ca. 2010 geboren. In Rumänien wurde er von seinen Besitzern in einem Shelter abgegeben. Nachdem er jahrelang an der Kette ein Anwesen bewacht hatte, wurde er durch einen jüngeren Hund ersetzt und abgeschoben. Wenigstens wurde er nicht in eine Tötungsstation gebracht! Jahrelang wollte ihn niemand aus dem Shelter adoptieren, alte dunkle Hunde haben es schwer, eine neue Familie zu finden. Bianca Eichner vom Verein “Ein Herz für Streuner e.V.” hat ihn dort heraus geholt und nach Deutschland zu uns gebracht. Ihr liegen gerade die alten, dunklen, großen Hunde am Herzen. Diese laufen oft Gefahr, bis ans Lebensende in den Sheltern bleiben zu müssen. Adriano wirkt immer etwas melancholisch, wenn es allerdings ans Gassi gehen geht, wird er munter und aktiv! Am liebsten liegt er ansonsten mit den anderen Hunden auf dem Sofa. Wir verwöhnen ihn und zeigen ihm, dass er sehr geliebt wird. Das hat Adriano nach seinem bisherigen Leben auch verdient.

Kalli

Unser “Büffelchen” Kalli kommt aus Griechenland. Dort ist er schwer misshandelt worden. Sein Besitzer, ein Schäfer, hat ihm das rechte Ohr abgeschnitten und ihn dann, als er „arbeitsunfähig“ war, an der Kette fast verhungern lassen. Zusätzliche Erkrankungen, Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichiose peinigten ihn so sehr, dass er sich wegen des unerträglichen Juckreizes der Haut und der Schmerzen am ganzen Körper fast aufgegeben hatte. Griechische Tierschützer vom Verein Tierhilfe Poligiros fanden ihn, befreiten ihn von der Kette und retteten sein Leben. Halb tot und abgemagert kam er in Deutschland an und wurde von Sandra Krüger, einer Pflegestelle des Vereines, liebevoll gepäppelt. Von Babesiose und Ehrlichiose geheilt, blieb Kalli die unheilbare Leishmaniose.Seine Therapie, wöchentliches Baden, tägliche Medikmente und Spritzen, schlugen wunderbar an, Kalli geht es heute so gut, dass er ein normales Hundeleben im Rudel führen kann. Bei den letzten Bluttests konnten keine Leishmanien mehr nachgewiesen werden! Heute wiegt unser “Büffelchen” satte 50 kg. Er ist ungestüm und fröhlich, bringt uns oft zum lachen. Er liebt es, Mücken zu fangen. Allerdings ist er der schlechteste Mückenfänger aller Zeiten. Seine Erfolgsquote geht gegen Null. Als Frosch wäre er längst verhungert…

Nikoletta

Seit Novemer 2018 lebt die kleine Nikoletta aus Kreta bei uns. Wir hatten ihre Aufnahme zugesagt, da sie einen Wasserkopf hat und in Griechenland eine optimale medizinische Versorgung nicht gewährleistet ist. Geplant war ein sog. Shunt, ein Schlauchsystem aus der Neugeborenen-Medizin, welches in das Gehirn eingesetzt wird und unter der Haut in den Bauchraum führt. Nach 3-wöchiger Eingewöhnungszeit stellten wir Nikoletta in der Tierklinik Hofheim vor. Dort wurden ein MRT und alle notwendigen neurologischen Untersuchungen durchgeführt. Dann erhielten wir die ernüchternde Diagnose: Nikoletta hat überhaupt kein Großhirn. Das Gehirn besteht nur aus Gehirnwasser. Die Wasseransammlung im Schädel stützt praktisch die dünne äußere Hirnschicht. Ohne sie würde das Gehirn kollabieren. Die Hündin kann trotz ihrer Missbildung gut sehen, hat keine epileptischen Anfälle und keine Probleme mit dem Gehirndruck. Zum Glück ist das Großhirn für Hunde nicht existenziell wichtig. Wir erfreuen uns tagtäglich zu sehen, wie sie trotz ihrer Behinderung das Leben genießt. Sie spielt gerne mit den anderen Hunden, vor allem mit Woody. Ihre Lebensfreude bringt uns oft zum Lachen. Wichtig ist ihr der Körperkontakt, sucht unsere Nähe und ist sehr liebesbedürftig. Wir schenken ihr viel Aufmerksamkeit. Ihre Erkrankung kann sich jederzeit verschlechtern, daher müssen auch weiterhin regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden. Bereits die Erstuntersuchung in Hofheim hat 1200,– Euro verschlungen. Nikoletta ist noch so jung, 2017 geboren, wir wünschen uns so sehr, dass sie noch viele weitere Jahre mit uns leben kann. Nikoletta ist etwas ganz Besonderes.

Olivia

Olivias Besitzer riefen eines Tages bei uns an, da sie ihre 12-jährige Hündin los weden wollten. Eigentlich wollten sie sie einschläfern lassen, was der Tierarzt zum Glück verweigerte. Ursprünglich kommt Olivia aus Spanien. Ihre Familie wollte Olivia, die seit neun Jahren ein Familienmitglied war, abgeben, da sie inkontinent geworden war. Die Kinder ekelten sich vor Olivia und hassten sie geradezu. Das arme Tier musste im Flur schlafen, Windeln tragen, durfte nicht mehr ins Haus, wurde von ihrer Familie verstoßen. Zunächst hatten wir aus Platzgründen keine Möglichkeit, Olivia aufzunehmen, doch ließ uns ihr trauriger Blick nicht mehr los. Wir wollten uns nicht vorstellen, was sie täglich an Ablehnung und Schelte aushalten musste. Schließlich sagten wir zu, Olivia so bald als möglich aufzunehmen. Wir waren in großer Sorge, sie weiterhin in einem derartigen Umfeld zu belassen. Auch hatten wir Angst, dass sich ein anderer Tierarzt doch zur Euthanasie bereit erklären könnte. Am Tag ihres Einzugs nahmen wir einen zitternden, aber sehr liebesbedürftigen Hund in Empfang. Olivia hat(te) viele Baustellen: Sie hatte entzündete Augen, sehr schlechte Zähne, eine Blasenentzündung und – der Verdacht bestätigte sich schnell-, sie ist an Morbus Cushing erkrankt. Verwunderlich, dass diese Diagnose nicht vorher schon gestellt worden war, dabei war es so offensichtlich. Olivia ist bei uns überhaupt nicht inkontinent und benötigt auch keine Windeln, wir gehen einfach regelmäßig Gassi. Mittlerweile wird das Morbus Cushing medikamentös (lebenslang) behandelt und unsere “Olive” hat wieder Lebensfreude. Olivia ist sehr auf den Menschen fixiert und hat große Angst verlassen zu werden. Für ihr Alter ist sie erstaunlich fit, auch der längste Spaziergang macht sie nicht müde. Zähes, altes Mädchen! Hoffentlich haben wir sie noch lange bei uns.

Nana

Unsere Nana (ca. 2006 geboren) lebte jahrelang in der Nähe von Bukarest in einem Tierheim. 2012 wurde sie auf einer Straße von einem Auto angefahren, der Fahrer ließ sie einfach liegen. Den ganzen Tag lag Nana verletzt auf der Straße, bis sie von einem Tierschützer von „angels without wings“ gerettet wurde. Ihre Beine waren gebrochen. Das linke Vorderbein konnten die Ärzte nicht mehr retten, es musste amputiert werden. Das linke Hinterbein war total zertrümmert. Ein toller rumänischer Tierarzt operierte die Tapfere zehn (!) Mal! 14 Monate lang musste Nana in der Tierklinik bleiben, der Knochen infizierte sich, aber ihr Leben ging weiter weil sie es wollte. Seitdem lebte sie in dem Tierheim bei Bukarest. Die rumänischen Tierschützer dort wurden von einer Gruppe von Lufthansa-MitarbeiterInnen unterstützt. Eine Tierschützerin aus der Lufthansa-Pfoten-Gruppe rief uns an und erzählte Nanas Geschichte. Weil wir Erfahrung mit Dreibeinern haben und Nanas Schicksal uns so berührt hat, haben wir sofort zugesagt, Nana ein neues Zuhause zu geben. Nanas linkes Hinterbein ist durch eine gerissene Achillessehne unbrauchbar, das linke Vorderbein ist amputiert. Dennoch kann sich Nana sehr gut hüpfend vorwärts bewegen und zwar auf 2 Beinen! Das rechte Vorderbein und das rechte Hinterbein funktionieren einwandfrei. Nana kann zwar nicht mit den anderen Hunden Gassi gehen, doch im Hof und im Hundeauslauf bewegt sie sich erstaunlich agil. Nach wie vor wird Nana von den Lufthansa-Tierschützern der “Airliner4Animals e.V.” nicht vergessen, wir sind seit dem eng befreundet und freuen uns gemeinsam, dass Nana hier so glücklich ist.

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