Tiere auf dem Hof: Ziegen

Unsere Ziegen lassen keine Möglichkeit aus, uns auf Trapp zu halten. Dazu zählt der ein oder andere Rempler, zerstörte Hütten und Zäune sowie zahlreiche abgestorbene Bäume die bei Stürmen wie Dominosteine gefallen sind. Auch die ärztliche Versorgung ist nicht immer einfach, da die meisten Ziegen hier im Lande oft vor Krankheitsausbrüchen geschlachtet werden und Tierärzten deshalb oft das nötige Wissen fehlt. Nicht immer einfach also, wenn man Ziegen artgerecht versorgen möchte ohne einen Nutzen aus ihnen zu ziehen.

Ziegen

Viele der Ziegen auf dem Hof wurden aus katastrophaler Haltung, andere in letzter Minute vor einem frühen Schlachttod gerettet. Das merkt man den Meisten auch an. Sie reagieren in vielen Situationen sehr ängstlich. Noch immer sichtbar verformte Klauen und Bindegewebsschäden lassen nur erahnen was einige durchmachen mussten…

Uns liegt das Wohl unserer Ziegen jedoch sehr am Herzen. Wir haben deshalb einen Teil der Scheune mit viel Mühe umgebaut, sodass sie im Winter oder bei Regenwetter trocken und gut geschützt bleiben. Und weil Ziegen sehr viel Spaß am klettern haben, haben wir eine große Kletterpyramide gebaut.

ZiegenOben: Hans-Jürgen & Heinz-Rüdiger auf der Pyramide; links: Luise & Napoleon; rechts: Pia & Xaver

Ziegen auf dem Gnadenhof

J.R.

J.R.

J.R. kam zusammen mit Vater Felix 2010 zu uns auf den Hof. Die beiden deutschen Edelziegen lebten früher in der Nähe von Schweinfurt bei einer Familie in einem eingezäunten Gehege. Doch neue, rohstoffreiche Gebiete mussten erschlossen werden, und so brachen sie fast täglich aus und plünderten den wilden Wein und die Rosenstöcke am Wohnhaus. Das wollten die Eltern der jungen Besitzerin nicht mehr hinnehmen und meldeten Felix und J.R. beim Metzger an. Einen Tag vor dem Schlachttermin fand die Tochter unsere Kontaktadresse und rettete ihre Lieblinge vor einem frühen Tod.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Xaver

Xaver

Xaver wurde uns 2011 im Alter von vier Jahren mit seiner mittlerweile verstorbenen Mutter Geißlein gebracht, weil sich die Lebensumstände der Vorbesitzer verändert hatten. Als wir noch zwei Gruppen hatten, hatte Geißlein das Sagen unter all den Zwergziegen, die aus schlechter Haltung gerettet wurden (weiter unten). Nachdem einige Ziegen immer wieder ein Loch in den Zaun geschlagen haben, haben wir uns entschieden, beide Gruppen zusammen zu führen. Seit dem beugt sich Geißlein der Herrschaft von Felix und J.R. Weil sie sich aber immer noch für etwas besseres hält, ist ihr durch eine Rauferei im Sommer 2012 das rechte Horn zur Hälfte abgebrochen. Stört sie aber nicht die Bohne und macht weiter wie gehabt. Xaver ist dagegen ausgesprochen freundlich.

Aufnahmegrund: Abgabetier

Kalle

Kalle

Butz

Butz

Die beiden Burenziegenböcke Kalle und Butz gehören seit 2010 der Gnadenhof-Ziegenherde an. Sie sollten damals geschlachtet werden, wären sie nicht in letzter Minute von einer Tierschützerin frei gekauft worden. Kalle leidet, seit er ca. ein Jahr alt ist, an einer rätselhaften Hauterkrankung. Nach sechs hinzugezogenen Tierärtzen und diversen Homöopathen haben wir ihn von Spezialisten der Wiederkäuerstation der Uni-Tierklinik Giessen untersuchen lassen. Diese vermuten eine Allergie gegen Stechmückenspeichel, was bisher allerdings nur bei Schafen diagnostiziert wurde. Dadurch bilden sich großflächige Verkrustungen am ganzen Körper die stark jucken. Da er jedoch frisst und eindeutig Freude am Leben zeigt, muss Kalle zum Glück nicht eingeschläfert werden. Sein Bruder Butz hingegen ist kerngesund, wenn auch nicht sehr zutraulich.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Hans-Jürgen

Hans-Jürgen

Heinz-Rüdiger

Heinz-Rüdiger

Die beiden Bilderbuch-Zwergziegen Hans-Jürgen und Heinz-Rüdiger hat uns 2011 das Tierheim Bad Kissingen als Fundtiere gebracht. Wie alt sie sind, wissen wir nicht so genau, auch wer wer ist nicht immer auf Anhieb. Sie haben sich jedoch sehr gut in die Gruppe integriert. Etwas scheu sind beide allerdings.

Aufnahmegrund: Fundtiere

Pepe

Pepe

Mitte September 2013 bekamen wir einen Anruf mit der Frage, ob wir zwei Ziegen aufnehmen könnten. Klar – dachten wir uns – hätten aber gerne mehr Infos gehabt, aber trotz mehrerer E-Mails nicht bekommen. Wieso, Wann, Wie, Gesundheitszustand…

Einige Zeit später meldet sich dann eine Frau bei uns, bei der die Beiden vom Anrufer inkl. dessen Pferde abgeladen wurden. Ohne Platz für Ziegen hat sie sich dann an uns gewendet. Wir haben die Zwei dann selbstverständlich bei uns aufgenommen.

Danach haben wir erfahren, dass Pepe & Pelle (mittlerweile leider verstorben) vorher zusammen in einer Pferdebox leben mussten und nie in’s Freie durften.

Aufnahmegrund: Abgabetier

Molly

Molly

Molly ist eine Thüringer Waldziege und wurde zusammen mit ihrem Sohn Caruso, der bei Freunden auf einem Gnadenhof lebt, aus schlechter Haltung gerettet. Der Bauer hielt sie in einer kleinen Stallbox und hatte wohl immer etwas Wichtigeres zu tun als ihre Klauen zu pflegen. Erst lebten die Beiden zusammen bei uns, doch das »Duo Infernale« reagierte auf Artgenossen aggressiv. Getrennt funktioniert’s jetzt einwandfrei.

Aufnahmegrund: Rettung aus schlechter Haltung

Toni

Toni

Franz

Franz

Toni & Franz sind zusammen mit Emma – der Mutter von Franz – Mitte Oktober 2013 bei uns eingezogen, nachdem engagierte Menschen sie kurz vor ihrem eigentlichen Schlachttermin gerettet haben. Sie haben bewusst verschwiegen, dass sie auf einen Gnadenhof kommen, den vollen Schlachtpreis bezahlt und sie auf eigene Kosten zu uns gebracht – sie wären sonst zu Knoblauchwürsten „verarbeitet“ worden! Wie Franz, ist auch Toni im März 2013 geboren. Emma litt schon bei ihrer Ankunft an einer starken Anämie, die sehr wahrscheinlich durch einen Tumor ausgelöst wurde. Als sich Emmas Zustand im Frühjahr 2014 immer weiter verschlechterte und keine Aussicht auf Besserung bestand, mussten wir sie leider gehen lassen…

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Sarah

Sarah

Daisy

Daisy

Sarah & Daisy sind Ostermontag 2014 (zusammen mit den leider schon verstorbenen Bärli & Flaschi) bei uns eingezogen. Ihre Besitzerin hatte sehr lange und verzweifelt nach einem neuen Zuhause gesucht und war sehr glücklich, als wir zusagten. Ihnen drohte ansonsten der Schlachttod.

Aus Angst einer Absage erzählte sie uns Anfangs nichts von Flaschi, da sie schon Absagen wegen ihr bekommen hat. Grund waren ihre Hörner. Das stört uns aber nicht und deshalb haben wir auch bei ihr zugesagt.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Amelie

Amelie

Anton

Anton

Amelie und ihr Sohn Anton sind Anfang Juni 2014 bei uns eingezogen, nachdem beide nur knapp dem Schlachttod entkommen sind.

Das haben sie einem unserer Vereinsmitglieder zu verdanken. Diese hatte sich dafür eingesetzt, die ganze Ziegengruppe zu retten, aber das wollte der Hobby-Züchter nicht und ließ den Metzger kommen…

Die beiden hatten unglaubliches Glück und dürfen bei uns nun ihr Leben genießen – zusammen, als Mutter & Sohn.

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Zafira

Zafira

Susen

Susen

Taja

Taja

Micky

Micky

Anfang Dezember 2013 haben wir Zafira, Susen, Pia, Micky, Naomi, Klara und Taja bei uns aufgenommen. Wir wurden gebeten die Sieben aufzunehmen, weil sich kein anderer Platz gefunden hat und die Alternative zu uns der Schlachter war. Aus Geldnöten, sowie aus gesundheitlichen und familiären Umständen konnten sie nicht mehr richtig versorgt werden. Der Winter nahte, doch der Wetterschutz auf der Weide fehlte, die Stallungen waren kaputt und das Heu war auch fast alle.
Cäsar

Cäsar

Tja, anfangs waren wir bei unserem Cäsar mit unserem Schul- und Asterix-Latein ziemlich am Ende. Als Deckbock permanent an diverse Leute verliehen, wurde er den Besitzern zu aggressiv, deshalb sollte er geschlachtet werden. Da wir die Erfahrung gemacht haben, dass bisher alle vorher rabiaten Tiere bei uns problemlos integriert werden konnten, haben wir ihn aufgenommen. Durch die Kastration verschwand zwar der fürchterliche Bockgestank, doch seine Aggression verringerte sich nicht. Er zerlegte seine Quarantänebox, sogar die Ohrmarke riss er sich aus seinem linken Ohr. Sowohl uns als auch Artgenossen gegenüber war Cäsar so aggressiv, dass wir eine Vergesellschaftung mit Artgenossen nicht verantworten konnten. Schließlich bauten wir ihm im Ziegengehege ein eigenes, kleineres Gehege mit eigener Hütte. Und schließlich, nach vielen Wochen, war Cäsar wie verwandelt. Er fand sowohl seine Artgenossen als auch uns absolut in Ordnung. Er lässt sich von uns und den Hofbesuchern gerne streicheln!

Aus aktuellem Anlass:

Unser Cäsar ist seit dem 23. September 2016 in der Uni-Tierklinik im 200 Km entfernten Gießen. Seine rechte Kopfseite war stark angeschwollen und Sekret trat aus seinem rechten Auge und Nase; hier vor Ort war das nicht behandelbar. Die Gießener Tierärzte haben zunächst geröntgt und festgestellt, dass eine massive Entzündung an den Backenzähnen und im Knochenbereich vorliegt. Unter Narkose wurde die Backe geöffnet, gereinigt, das entzündete Gewebe entfernt. Doch noch Tage später wurde es, trotz ständigen Spülens, nicht besser. Nun konnte nur noch ein CT nähere Informationen liefern. Diese Untersuchung machte klar, die Entzündung hatte größere Ausmaße als gedacht. Nun hatten wir zwei Optionen: Cäsar nach Hause holen und ihm noch ein paar „schöne“ Wochen bereiten, oder eine weitere, sehr schwierige und risikoreiche Operation seines Kiefers. Wir haben uns für die Operation entschieden. Die Tierärzte von der Wiederkäuer-Station holten noch einen erfahrenen Pferdechirurgen, den Leiter der Pferdeklinik, mit ins Boot, der hatte (zumindest bei Pferden) viel Erfahrung mit solch einer OP. Zur Bedingung machte der, dass er, falls er während der OP feststellen sollte, dass er nicht den erhofften Erfolg erzielen könne, Cäsar noch auf dem OP-Tisch einschläfern dürfe. Auch dem stimmten wir schweren Herzens zu. Doch was für ein Glück! Die OP gelang und gleich nach dem Aufwachen hat Cäsar wieder gefressen! Sein Appetit war so groß, dass er auch gleich den Infusionsschlauch mit dem Schmerzmittel annagen wollte. Die Ärzte waren auch sehr froh und erleichtert. Sie gestanden, selbst nicht mit so einem guten Ergebnis gerechnet zu haben. Nun muss unser tapferer Cäsar noch einige Zeit in Gießen bleiben. Wir wissen ihn von den Ärzten und Studenten wohlbehütet und freuen uns riesig, ihn hoffentlich ganz gesund wieder zu uns holen zu dürfen. Es wäre so furchtbar gewesen, wenn Cäsar im Alter von nur 3 Jahren gestorben wäre. Als er vor 1 Jahr zu uns kam, war er aufgrund seiner Vergangenheit Menschen und Artgenossen gegenüber sehr aggressiv, deshalb sollte er geschlachtet werden. Doch durch Geduld und Liebe hat er sich zum Schmusebock gewandelt.
Nachtrag: Cäsar ist nach 7-wöchigem Klinikaufenthalt wieder bei uns, es geht ihm sehr gut. Wir werden die Wunde noch einige Wochen spülen, bis sie ganz zugeheilt ist.
Nachtrag: Cäsars Wunde ist komplett verheilt, er ist wieder ganz der Alte!

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Tamara und Tammy

Tamara und Tammy

Seit Herbst 2016 leben die 6 Monate alte Tammy und ihre Mutter Tamara bei uns. Tammy hat ein verkrüppeltes Vorderbein. Die beiden stammen aus einem Tierpark. Dessen Besucher hatten sich über die behinderte kleine Ziege beschwert – so ein humpelndes Elend wollten sie bei ihrem fröhlichen Zeitvertreib nicht sehen. Die Betreiber des Parks beschlossen daraufhin Tammy´s Schlachtung. Eine Mitarbeiterin von dort rief uns an und bat um Tammy´s Aufnahme. Die Zeit eilte, der Schlachttermin stand schon fest. Wir sagten sofort Tammy´s Aufnahme zu. Als wir realisierten, dass dort auch noch ihre Mutter lebte, wollten wir sie unbedingt auch aufnehmen. Ähnlich wie bei Rindern ist die Bindung zwischen Mutter und Kind bei Ziegen ein Leben lang sehr innig. Was für eine Trennungsqual wäre das für beide gewesen! Zum Glück sagte die Tierparkleitung zu, beide wurden zu uns gebracht. Mama Tamara weicht nie von Tammy´s Seite. Diese hat ihre ursprüngliche Schüchternheit überwunden und wird immer frecher. Sie kommt zwar mit ihrer Behinderung gut zurecht, wir wollen sie dennoch osteopathisch behandeln lassen, damit die Beinfehlstellung möglichst wenige Spätfolgen hervorruft. Tammy hat durch eine beharrliche Fürsprecherin ihr Leben behalten – was für ein Glück!

Aufnahmegrund: Rettung vor der Schlachtung

Ziegfried

Ziegfried

Toni

Toni

Friederich

Friederich

Paule

Paule

Und wie viele Ziegen leben auf dem Gnadenhof? Wer hat mitgezählt?

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